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Gedanklicher Besitz

11.02.2019

Noch so ein Phänomen, das es uns schwer macht, logisch und intelligent mit Geld umzugehen, ist, dass wir oft Dinge, die wir aktuell noch nicht physisch im Besitz haben, in unserer Vorstellung psychisch schon als Besitz verbuchen. Wenn dieser gedankliche Besitz dann auch noch mit Gefühlen oder Handlungen unsererseits "aufgeladen" wird, bekommt er für uns einen Wert, d.h. wir empfinden diese Sache so, als ob wir schon Investitionen getätigt hätten und der Prozess des Kaufens (Geld ausgeben) nur noch Teil des Ganzen darstellt.
Da wir ja schon einen Großteil des Prozesses "gegangen" sind, fällt es uns besonders schwer zu akzeptieren, dass es "umsonst" war...wir wollen jetzt auch die Belohnung dafür. Umso mehr wir uns also mit einer Sache beschäftigen, umso stärker wird sie von unserem Gehirn als gedanklicher Besitz verbucht.

Und schon vorhandenen Besitz wieder "loszulassen" (sei er auch nur gedanklich), ist mit dem Gefühl des Verlustes verbunden. 

 

Mögliche Auswirkungen erlebe ich oft in Gesprächen mit meinen Klienten – zum Beispiel in Bezug auf das Thema immobilienkauf.

Insbesondere in Situationen, in denen Kunden nur mal schauen wollten, ob sie sich ein Eigenheim und die daraus entstehenden Kosten leisten können.

Oft ist ihnen durchaus klar, dass sie ihr Ziel durchdacht und strukturiert vorbereiten sollten. Wenn sie dann allerdings anfangen, sich doch konkreter mit dem Thema Immobilienkauf auseinander zu setzen, entwickeln manche eine fast fanatische "Ich-Will-Jetzt-Aber-Kaufen" -Einstellung. Obwohl manchmal sogar absolut objektive Punkte für das Gegenteil sprechen (zu wenig Eigenkapital, laufende Kredite, zu hohe Belastung usw.), werden diese dann nicht mehr stark genug gewertet und so manche suchen sehr akribisch nach Möglichkeiten, wie es dann doch noch gehen würde.

Der innere Prozess, eine finanzielle Strategie zu entwickeln, für ein neues Objekt zu schwärmen oder sich gar nach adäquater Inneneinrichtung umzusehen, sorgt dafür, dass das Gefühl des Loslassens dieser Idee unangenehm wird, schließlich wollen wir für unser Engagement belohnt werden – im Idealfall mit der Unterschrift beim Bankberater und dem Hausschlüssel in der Hand.

Eine beliebte Strategie ist, mit Hilfe der „mentalen Buchhaltung“, Einnahmen und Ausgaben hin und her zu schieben (sie sozusagen gedanklich umzubuchen), um dadurch wirtschaftliche Ressourcen für das neu erstrebenswerte Ziel zur Verfügung zu stellen.

Dabei wird der Schmerz der Einschränkung in der zukünftig  geführten Lebensqualität (wegen der zu hohen Finanzierungsbelastung) nicht gleich bewertet, wie der Schmerz des aktuellen Verlustes, eines gedanklich erworbenen Besitztums.

Logisch und vernünftig wäre es, wenn uns der Verlust von etwas, das wir ja aktuell (noch) gar nicht haben, nicht schmerzen würde. Objektiv betrachtet, hat sich an unserer Lebenssituation zu vorher nichts geändert und wir waren auch vor dieser neuen Idee ganz zufrieden (wollten ja nur mal schauen..). Jetzt aber fühlen wir uns schlechter, bei objektiv gleichem Ist-Zustand. Genau dieses möchten wir vermeiden, also sind wir dazu geneigt, an unserem "gedanklichem Besitz" fest zu halten.

Ich möchte mich hier keinesfalls gegen die Sinnhaftigkeit eines Immobilienerwerbes aussprechen. Dies ist immer individuell zu prüfen. Dennoch denke ich, ist es ein gutes Beispiel dafür, wie wir manchmal durch das  Phänomen gedanklicher Besitztum beeinflusst werden.

Das gleiche Phänomen, nur sehr viel schwieriger zu kontrollieren, begegnet uns häufig im Alltag.

Plötzlich ist da doch noch die finanzielle Kapazität für die neue Playstation, das neue Handy oder was auch immer....

Dabei wollten wir ja nur mal schauen.

Unser Konzept ist gemeinsam mit Ihnen eine optimale Strategie zu entwickeln, die uns zügig zum Ziel führt.



Nehmen Sie Kontakt mit uns auf. Wir beraten Sie gerne in Ihrem Anliegen.


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