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KFZ Reparatur

27.12.2018

KFZ REPARATUR

Jürgen hatte ein Problem mit seinem Kupplungspedal und brachte sein Auto in die Werkstatt.
Nach einigen Stunden rief ihn die KFZ-Werkstatt an und erklärte ihm, dass es zwei Teile gibt, die als Ursache für das Problem infrage kommen könnten. Das erste ist außerhalb des Getriebes und relativ leicht auszutauschen - Kosten ca. 200 €. Das zweite sitzt innerhalb des Getriebes und der Austausch würde sich um einiges schwieriger gestalten - Kosten ca. 1.400 €.

Da die Chancen 50:50 standen, riet die Werkstatt, es erstmals mit der günstigeren Reparatur zu probieren, in der Hoffnung, dass diese Reparatur das Problem behebt. Sollte dies nicht der Fall sein müsse man wohl oder übel dann doch auch noch die teurere Variante machen. Gesamtkosten dann ca. 1.600 € (200 € + 1400 €). Jürgen willigte ein in der Hoffnung, dass die erste Reparatur das Problem beseitigt und er dadurch nur 200 € bezahlen müsse.

Der Zeitpunkt war ungünstig, Weihnachten stand vor der Tür und das Budget war sowieso sehr eng, da die Geschenke auch dieses Jahr mal wieder an seinen Reserven nagten. Es kam wie es kommen musste - die Werkstatt informierte Jürgen, dass es nun doch noch die teurere Variante sein muss, da die erste Reparatur nicht das gesamte Problem gelöst hatte.

Die folgenden zwei Tage verbrachte Jürgen in gefühlter Weltuntergangs-Stimmung. Seine Einnahmen und Ausgaben für die nächste Zeit immer wieder hin und her schiebend (um sich einen Überblick zu verschaffen wie er doch alles "stemmen" könnte), akzeptierte er sein Schicksal. Am Abholtag ging er mürrisch zur Bank und hob 1.750 € ab (1.600 € Reparatur + 150 € für Weihnachtsgeschenke).
Als er nun endlich bei der Werkstatt seines Vertrauens sein Auto holen wollte, berichtete ihm der Kfz-Mechaniker, mit einem Lächeln im Gesicht, dass er die Ersatzteile in einer Weihnachts-Rabatt-Aktion günstiger bekommen hatte und die Gesamtkosten sich nun nur noch auf 1.200 € belaufen würden.

Sichtlich erleichtert über das unverhoffte Weihnachtsgeschenk, gab Jürgen seinem cleveren Mechaniker (der sich ja die Mühe gemacht hatte, extra nochmal die Preise zu recherchieren), ein gebührendes Trinkgeld in Höhe von 50 € - schließlich hatte dieser ihm ja eine Ersparnis von 400 € "organisiert". Glücklich und zufrieden, über die doch noch günstige Reparatur, machte sich Jürgen nun an den Weihnachtseinkauf.

Was ist da passiert?

In der ersten Situation hoffte Jürgen auf die günstigere Reparatur (200 € Kosten). Da er sich mit dieser anfreundete, nahm er sie als gegeben hin und war somit ein zweites Mal deprimiert, als sich herausstellte, dass es doch teurer wird. Obwohl die Möglichkeit der zweiten (teureren) Variante von Anfang an bestanden hatte, durchlebte er die Situation als emotional negativen Moment ein zweites Mal.

Nach mehreren Tagen intensiven Überlegens und Durchleben weiterer negativer Emotionen, sortierte nun Jürgen (gedanklich) seine Einnahmen und Ausgaben für die nächste Zeit. Dieses ermöglichte ihm, sich eine "Verhaltensstrategie" für die kommende Zeit zusammen zu stellen. Gedanklich waren die 1.600€ schon ausgegeben, obwohl sie zum gegenwärtigem Zeitpunkt noch auf seinem Konto waren. Und seine neu durchdachte Strategie half ihm, diese Situation als "Realität" zu akzeptieren.

Als nun die Kosten für die Reparaturen (anders als erwartet und akzeptiert) geringer ausfielen, da waren die dadurch gesparten 400 € nicht mehr in seinem gedanklichen Besitz. Sie fühlten sich für ihn nun wie ein "Gewinn" an, ein Gewinn den er vorher nicht hatte.
Dieser "Gewinn" hat jetzt großes Potential im Kaufrausch der Weihnachtszeit ausgegeben zu werden, da er ja gedanklich für die Reparatur schon ausgegeben wurde.
Auch die dazugehörigen negativen Gefühle, die hier als Alarmsignal hätten dienen können, wird Jürgen wahrscheinlich nicht mehr groß wahrnehmen. Er hat sie ja schon überwunden und sich sogar eine adäquate Strategie zusammen gelegt, für die Zeit nach den Ausgaben. So wird diese schließlich, seine von ihm selbst gewählte und akzeptierte Realität.

Interessant sind auch die 50 € Trinkgeld.

Wäre die Reparatur bei der günstigeren, 200 € Variante geblieben, würde ein solcher Betrag als Trinkgeld einen Aufschlag von 25% bedeuten. Es ist fraglich, ob Jürgen das gemacht hätte. Aber in Wirklichkeit hat Jürgen (als Vergleichsgröße für die 50 € Trinkgeld) auch nicht seine ersparten 400 € verwendet, sondern den ursprünglichen (gedanklich schon ausgegebenen) Betrag von 1.600 €. Und da fallen 50 € nicht mehr sooo stark ins Gewicht, nicht wahr ?

Aber sollten 50 € nicht immer 50€ bleiben ? Egal von welcher Seite wir sie betrachten und mit was wir sie vergleichen ?

Ein und derselbe Betrag, mit demselben objektiven Wert (nämlich 50 €), empfinden wir, je nachdem für welchen Vergleichswert sich unser Gehirn entscheidet, als viel oder eben nicht so viel.
Welcher Wert als Vergleichswert unbewusst gewählt wird, hängt sehr stark davon ab, wie sehr wir uns damit beschäftigen und welche Emotionen wir in diese Beschäftigung investieren.
Da Jürgen die 1600 € und den Verlust dieser, mit viel Emotionen "aufgeladen" hatte (Sorgen, Strategie entwickeln, usw.), war das auch seine Bezugsgröße an denen er den Wert der 50 € gemessen hatte...

Stellt sich nur noch die Frage, wie viel Geld nun Jürgen für die Weihnachtsgeschenke ausgegeben hat?
Geplant waren ja 150€...
Was meint ihr ?

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