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Reh - Konto

01.07.2019

REH - KONTO

Das Leben ist vergleichbar mit einer nächtlichen Autofahrt. Diese lässt sich grob in drei Wahrnehmungsbereiche unterteilen: 

Der 1. Wahrnehmungsbereich ist der, den wir als unmittelbar und direkt wahrnehmen. Er erstreckt sich über das Auto selbst bis hin zu dem Scheinwerferlicht, das die Straße erhellt. Hier ruht unsere ganze Aufmerksamkeit und Ereignisse, die sich in diesem Bereich abspielen, rufen die höchste Handlungsbereitschaft aus, da sie als "akut/sofort" bzw. als "Jetzt" wahrgenommen werden.

Der 2. Wahrnehmungsbereich ist der, den wir mit dem Fernlicht ausleuchten, wenn wir uns die nächsten 200-300 m der Strecke kurz ansehen wollen, um die nächste Kurve einzuschätzen.

Das Einschalten des Fernlichts ist vergleichbar mit dem, was wir machen, wenn wir zum Beispiel mit unserem/r  Partner/in im Urlaub über die Familie oder das Eigenheim, dass wir gerne hätten, sprechen und Pläne machen. Auch hier sind wir durchaus bereit, "Handlungsenergie" zur Verfügung zu stellen, da die Ausleuchtung der nächsten Ereignisse auch Emotionen hervorruft.

Dies ist allerdings kein Dauerzustand. Die eigentliche "Lebensfahrt" findet in der Wahrnehmung der ersten Zone statt - nämlich dem Alltagsmodus .... dem Heute!

 Der 3. Wahrnehmungsbereich:  

Auf der Ebene der Logik ist es für uns durchaus verständlich, dass wir in 500 km tanken müssen. Allerdings sind wir in diesem Moment aktuell noch nicht damit beschäftigt nach geeigneten Tankstellen zu suchen, geschweige denn uns Gedanken zu machen, ob wir Zapfsäule 1, 2 oder 3 ansteuern sollen. Zwar ist dieses Ereignis für uns greifbar, aber noch nicht aktuell, daher investieren wir auch wenig bis gar keine "Handlungsenergie" hinein.

Auch im Rahmen unserer "Lebensfahrt" haben wir diesen Wahrnehmungsbereich.

Das ist zum Beispiel so, wenn wir durchaus verstehen, dass die eigene Altersvorsorge ein wichtiger Punkt im Leben ist, wir aber noch nicht die nötige Bereitschaft zum Handeln verspüren. Oder wenn wir innerhalb unseres Studiums zwar wissen, dass eine Prüfung in zwei Jahren stattfindet, diese uns aber heute noch nicht viel "Kopfzerbrechen" bereitet.

Diese Ereignisse sind durchaus durch unsere Logik und Vernunft greifbar, allerdings sind sie noch nicht in unser Fernlicht geraten (geschweige denn in das normale Scheinwerfer Licht) und deshalb in der Regel auch keine Themen, mit denen wir uns aktiv in diesem Moment beschäftigen.

Bezogen auf das Geld und den Umgang damit, können wir hier folgende Analogie aufbauen:

Das Hier und Jetzt (Heute) ist immer der Wahrnehmungsbereich, in dem unser Leben stattfindet. Der Rest bewegt sich langsam, aber stetig aus dem Bereich 3 (langfristig) in den Bereich 2 (mittelfristig) hinein, bis hin in den 1. Bereich, den wir als JETZT erleben!

Dies ist meiner Erfahrung nach einer der Hauptgründe, warum es für viele Menschen so schwierig ist, aus dem Wahrnehmungsbereich 1 heraus, für den Bereich 2 und noch schwieriger, gar für den Bereich 3 zu handeln.

Handlungen dieser Art erfordern Disziplin und werden immer, sei es auch nur unbewusst, als Handlungen auf Kosten der heutigen Lebensqualität empfunden.

Das bedeutet, das primäre Ziel sollte sein, die Autofahrt selbst (Wahrnehmungsbereich 1) erst einmal "safe" zu machen.

Wenn jemand das Gefühl hat, HEUTE gut leben zu können, stellt es keinen psychologischen "Verlust" dar, wenn diese/r dann für die Zukunft vorsorgt.

Es gibt einige Punkte, die für ein gutes und verlässliches Gefühl im HEUTE (Wahrnehmungsbereich 1) wichtig sind.

Einer davon ist, dass wir uns bewusst sind, dass das Leben selbst uns immer wieder plötzliche und unerwartete Ereignisse bringen kann.

Vergleichbar mit einem Reh, das uns unerwartet und plötzlich über die Straße springt, können auch auf der "Lebensfahrt" unerwartete Dinge passieren!

Diese wirken sich dann auch oft auf unsere Finanzen aus.

Eine Reserve für Plötzliches und Unerwartetes in Höhe von 2-3 Monatsgehältern zu haben, ist unerlässlich für eine ruhige und entspannte Fahrt innerhalb des Wahrnehmungsbereiches 1!

Dies sollte tatsächlich auch in "Gehaltseinheiten" gerechnet werden, denn jemand, der 2000€ mtl. verdient, kann durchaus auch unerwartet etwas für 4000€ bekommen.

10.000€ wäre zwar auch möglich. Allerdings ist das als wenn Godzilla über die Straße liefe - ihn sieht man in der Regel schon vorher.

Rehe (tatsächlich plötzlich/unerwartet) haben das "Gewicht" von 2-3 Gehältern.

Das eigene Gehalt ist deshalb eine gute Orientierung, weil sich unser Lebensstil oft unserem Einkommen anpasst.

Jemand, der 5000€ netto verdient, hat häufig ein anderes Auto als jemand mit 1.500€ monatlichem Verdienst. in diesem Falle ist auch die unerwartete Reparatur wahrscheinlich höher.

Deshalb sollten wir es uns schon sehr früh zur Gewohnheit machen, ein "Reh-Konto" zu besitzen - idealerweise ist dies am Beginn unserer beruflichen Laufbahn, das erste Sparziel!

Dieses "Reh-Konto" hat einen einzigen Zweck:

In Notfällen 2-3 Gehälter Reserve zur Verfügung zu stellen, damit die Fahrt trotz Verkehr, Unfall oder Umleitung, beruhigt weiter gehen kann.

Ganz wichtig hierbei ist zu verstehen, dass dieses Geld wirklich nur diese Zugehörigkeit hat.

Es ist KEIN Eigenkapital für eine Immobilie, auch KEINE Anzahlung für das nächste Auto.

Denn: Nur weil im Grundbuch (Immobilie) unser Name verzeichnet ist, bedeutet dies nicht, dass kein Reh mehr über unsere Lebenstrasse springen wird!

Es dient ausschließlich dem Auffangen der plötzlich unerwarteten Ereignisse und sollte im Hinblick auf Abgrenzung, getrennt von sonstigem Kapital aufbewahrt werden!!!

Unser Konzept ist gemeinsam mit Ihnen eine optimale Strategie zu entwickeln, die uns zügig zum Ziel führt.



Nehmen Sie Kontakt mit uns auf. Wir beraten Sie gerne in Ihrem Anliegen.


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